Guten Tag!

Ich aktualisiere meine Webseite zurzeit, deshalb ist sie an einigen Stellen noch etwas unaufgeräumt.

Blöder Gedanke?

Ein Seehotel ohne See, die Wände voller gefälschter Meisterwerke, in einer Gegend, die bisher nicht gerade für Tourismus stand. Der norddeutsche Unternehmer Gerold Schellstede hatte eigentlich andere Pläne für seinen Ruhestand, aber nun mischt er die Niederlausitz auf

Kann man so eine Geschichte glauben: Mann mit einigem Kleingeld auf dem Konto tauscht Finca auf Mallorca mit einer Pritsche in der brandenburgischen Pampa, eröffnet ein Seehotel, dem der See fehlt, und will einem dann auch noch seine falschen van Goghs, Klimts und den da Vinci an der Wand zeigen? Es braucht mehr als zwei Kännchen schwarzen Tees mit Zitrone, um das Leben des bald 79-Jährigen Gerold Schellstede wenigstens grob zu umreißen. Auch, weil der hochgewachsene Mann mit den schlohweißen Haaren, den dezenten Gesten und aufmerksamen, blauen Augen so gar nichts Prahlerisches an sich hat. Norddeutsch ist er. Nicht bange, sagt er, wenn er von Lebensentscheidungen spricht, vor denen andere sehr bange zurückgeschreckt wären. Gerold Schellstedes Lebenswerk ist eigentlich vollendet, als er… | > DAS MAGAZIN | April 2018 |


Schwarzer Humor, jawoll

„Ich habe Humor, sie einen Tumor.“ Ist das lustig? Kann man den Tod verlachen? Wie hat sich unser Umgang mit dem Tod verändert und wie kann man ihn „ausstellen“? Ein Gespräch mit Reiner Sörries, der bis Anfang 2016 fast 25 Jahre Jahre lang Direktor des Kasseler Museums für Sepulkralkultur war | > DAS MAGAZIN | Mai 2016 |


Eine Nummer im Wald

Unser Freund der Baum wird gezählt und bekommt ein Schild. Wahnsinn, oder?

Es war auf einem unansehnlichen Trampelpfad unterhalb einer Straße in Berlin, die Natur unter der Jahreszeit erstarrt, kahle Äste griffen in einen matten Himmel. An graubraunen Stämmen auf einer Höhe von etwa zwei Metern leuchteten kleine rechteckige Schilder, blau, mit weißer Schrift: 5055, 5056 … 5060. Baumnummern. Nicht nur hier, sondern in ganz Deutschland führen die Bäume am Wegesrand, mit Zahlen ausgestattet, ein Leben wie die Menschen – jeder hat eine Identität, einen Platz im Melderegister, im Ordner, im Kontrollsystem. In Wiesloch in Baden-Württemberg ebenso wie in Schwerte am Ruhrwanderweg, im badischen Endingen, wo man die 100 Jahre alten Kastanien mit silbernen Metallplättchen ausgestattet hat, oder bei den Hüllhorstern in Nordrhein-Westfalen, deren 2.146 Bäume auf öffentlichen Plätzen und an Straßen seit 2010 schwarze Plaketten mit fortlaufender Nummer und Gemeindekennziffer tragen. | > DAS MAGAZIN | Februar 2015 |


Wohnungssuche in Berlin: Auch Google-Street-View hilft nix

Als ich im August vergangenen Jahres eine E-Mail schrieb, wusste ich nicht, dass es zwei magische Wörter gibt, die größte menschliche Zuneigung und ernst gemeintes Mitgefühl erzeugen: „Suche Wohnung“, schrieb ich in den Betreff einer sonst so lässig wie möglich formulierten Mail an einen ansehnlichen Empfängerkreis. Auf die grobe Eingrenzung – 60 Quadratmeter, zwei Zimmer, um die 600 Euro, innerhalb des S-Bahn-Rings – und einem möglichst viele Chancen wahrenden „alles nicht in Stein gemeißelt, kommt auf die Wohnung an“, habe ich viel Zuspruch und Trost von den Menschen erfahren, die gerade nicht einen Millionär geheiratet hatten. Für den Notfall gab es das sehr nette Angebot, im Sommer in einer tatsächlich sehr hübsch vor den Toren Spandaus gelegenen Datsche unterzukommen. Danke, Leute! | > Der Tagesspiegel | 14. April 2014 |


Von Politik befreite Interviews mit Politikern. Im Politikteil.  Wie seltsam

Die Süddeutsche Zeitung hat am Wochenende ein sensationelles Interview veröffentlicht. Es ist sensationell, obwohl sie es mit einem Politiker geführt hat. Es ist hier aber nicht der Politiker die Sensation, der einmal ungeschminkt und freimütig sagt, was sonst der öffentlich diskutierten politischen Raison widerspricht. Die Sensation an dem Gespräch mit dem Grünen-Fraktionschef in Hessen, Tarek Al-Wazir, ist: Die Süddeutsche schafft es, ein Interview mit einem Politiker zu führen, das weitestgehend befreit von Politik ist, genauer: vom Inhalt der Politik. Es geht im Prinzip in wiederkehrenden Variationen um Macht, deren Abwesenheit (Opposition), Beliebtheit, sowie ob und wie lange man diese Opposition ertragen könne. 20 Fragen lang! Eigentlich wäre dagegen nichts einzuwenden, wenn… | > debattiersalon.de | 18. August 2013 | und | > CARTA | 20. August 2013 |


Finanz-Werbung: „Das ist fast schon Satire“

Als würde ein Zahnarzt den Bohrer preisen: Warum die Werbung der Banken die Kunden eher vergrault und warum sie misstrauische Kunden lieber aufklären sollten, erklärt Wirtschaftspsychologe Tarek el Sehity. | > DIE ZEIT | 19. April 2012 |


Frische Luft dank Beton

Werner Tischer tüftelte lange, dann hatte er einen Pflasterstein erfunden, der den Abbau gesundheitsgefährdender Stickstoffoxide beschleunigt. Die Erfindung könnte dazu beitragen, dass Städte bald besser durchatmen können. | > brand eins | Oktober 2011 |

Wie wahnsinnig sind Sie eigentlich?

Ein „Experimental-Archäologe“ will mit einem Schilf-Floß beweisen, dass man auch schon in der Steinzeit über den Atlantik segeln konnte. Ein Satellitentelefon allerdings ist an Bord. Ein Gespräch mit Kapitän Görlitz. | > Süddeutsche Zeitung | 17. Mai 2010 |


Key West: Floridas lockende Inseln

Als Jake Ferguson vor 18 Jahren auf die Florida Keys kam, wollte er eigentlich auf die Bahamas. Einen Monat lang war er als 20-Jähriger von New York aus nach Süden gesegelt. Als er in den Hafen von Key West einlief, hatte er nur noch 40 Dollar in der Tasche. Nicht genug, um weiterzufahren, Ferguson blieb in Key West. „Die beste Entscheidung meines Lebens“, sagt der tiefgebräunte Kapitän heute. „Es gibt eine angenehme Mischung von Menschen aus der Karibik, Aussteigern, Schwulen und Heteros. Alle leben friedlich zusammen. Das ist es, was es cool macht.“ Ferguson lächelt zufrieden. Nachdem er sich als Fischer, Segellehrer und Stadtführer durchs Leben geschlagen hat, ist er nun Charterboot-Kapitän und fährt Angler frühmorgens hinaus auf die See. Nach den Bahamas hat er keine Sehnsucht mehr: „Ich will nicht mehr weg aus Key West.“ Es ist seine Liebeserklärung an ein paar hundert Inseln. Eine Liebeserklärung an ein Gefühl von Unabhängigkeit und Leichtigkeit, an Freiheit und Abenteuer, die das Meer verspricht. In fast jedem der kleinen Häfen liegt ein Schiff, das „Laid Back“ oder „Easy Going“ getauft wurde, die Markenzeichen des Lebens hier. | > MERIAN |